Geschichten aus der Praxis

Wie ich nach Jahren des Aufschiebens endlich Fördermittel beantragt habe – und was mich wirklich aufgehalten hat. Jahrelang habe ich das Thema Fördermittel vor mir hergeschoben.

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6/3/20263 min read

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FÜNF MINUTEN ANTRAG. DREI JAHRE VORBEREITUNG.

Jahrelang habe ich das Thema Fördermittel vor mir hergeschoben. Dabei bin ich selbst Finanzierungsberater. Ich kenne die Programme. Ich begleite Unternehmer bei genau solchen Entscheidungen. Und trotzdem: Wenn es um das eigene Unternehmen ging, fehlte immer etwas. Nicht das Wissen. Sondern die Klarheit über das Wohin.

Das ist die Geschichte, wie ich diesen Punkt endlich erreicht habe.

DIE FRAGEN HINTER DEM ANTRAG

Wer wie ich seit Jahrzehnten Unternehmer und Immobilieninvestoren bei der Finanzierung begleitet, weiß: Gute Finanzierungen brauchen Klarheit. Aktuelle Zahlen. Eine saubere Planung. Und vor allem eine klare Vorstellung davon, wohin die Reise gehen soll – und warum.

Genau daran hing es bei mir. Nicht am Antrag selbst. Sondern an den Fragen dahinter:

• Wo wollen wir mit der Graf-Borstar GmbH in den nächsten Jahren hin?

• Welche Investitionen sind wirklich sinnvoll?

• Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz in unserem Alltag?

• Wie organisieren wir Datensicherheit – nicht als Pflicht, sondern als Qualitätsstandard?

• Welche Förderung passt überhaupt zu unseren Zielen?

In den vergangenen Jahren haben wir alle Investitionen aus eigener Kraft finanziert. Gleichzeitig habe ich immer stärker wahrgenommen, wie viel Unterstützung Deutschland und Europa mittelständischen Unternehmen anbieten. Irgendwann stellte ich mir die Frage: Warum nutzen wir das nicht?

DER IMPULS: DATENSCHUTZ ALS QUALITÄTSRAHMEN

Einen wichtigen Anstoß bekam ich durch mein Studium am KI-Campus. Dort ging es nicht nur um Technologie. Was mich nachhaltig beeindruckt hat, war der europäische Ansatz: Datenschutz und Datensicherheit nicht als Bremse zu verstehen, sondern als echten Qualitätsrahmen für eine nachhaltige digitale Entwicklung.

Gerade weil wir täglich mit sensiblen Finanz- und Vermögensdaten arbeiten, hat mich das nachdenklich gemacht. Irgendwann wurde mir klar: Vielleicht sollte ich mich mit Fördermitteln nicht beschäftigen, weil wir Geld brauchen. Sondern weil ich verstehen möchte, welche Entwicklungen gesellschaftlich gewollt und gezielt unterstützt werden.

GEDANKENARBEIT AUF DEM KÜSTENWEG

Die entscheidende Phase begann während meines Outdoor-Offices in Slowenien. Zwischen Strunjan und Piran verläuft ein Küstenweg direkt am Meer. Je nach Wasserstand kann man ihn nur in bestimmten Zeitfenstern begehen – wer die Strecke unterschätzt, den holt die Flut ein. Stellenweise ist der Weg steinig und uneben. Manche Steine sind glatt. Andere wackeln. Man plant, schaut auf die Zeit und setzt dann einen Schritt nach dem anderen.

Während dieser Wanderungen habe ich viele Gedanken gesammelt, sie in die KI diktiert und auf Basis der Antworten weitergedacht. Nicht alles entstand an einem Tag. Manche Ideen kamen unterwegs. Andere später bei einem Kaffee im Hotel Cliff mit Blick auf die Bucht von Izola.

„Auf schwierigen Wegen kommt man nicht weiter, indem man ständig auf das Ziel schaut. Man kommt weiter, indem man den nächsten Schritt macht.“

DIE KI ALS BRÜCKE – UND FÜNF ÜBERRASCHEND KURZE MINUTEN

In meinem Fall war dieser nächste Schritt überraschend klein. Ich schilderte einer KI meine Ideen, Gedanken und Vorhaben. Innerhalb weniger Minuten hatte ich einen strukturierten Überblick über mögliche Programme und Förderansätze.

Früher hätte ich dafür zahlreiche Webseiten besucht, Verlinkungen verfolgt und Stunden investiert, um überhaupt eine erste Orientierung zu bekommen. Diesmal war es anders. Ich bekam eine Struktur und konnte selbst weiterdenken. Ich landete schließlich beim MID-Digitalisierung-Programm und MID-Digitale Sicherheit der NRW-Bank.

Und dann kam der Teil, den ich jahrelang größer gemacht hatte, als er tatsächlich war:

• Registrierung im Portal

• Teilnahme am Losverfahren

• Erster Schritt gesetzt

Dauer: Ungefähr fünf Minuten. Mehr nicht.

Als die Bestätigung kam, war ich fast überrascht, wie unspektakulär alles ablief. Noch überraschender war später die Nachricht, dass ich im Losverfahren gezogen wurde. Nicht wegen der möglichen Fördersumme war ich begeistert – sondern weil aus einem Thema, das mich jahrelang begleitet hatte, plötzlich ein konkretes Projekt geworden war.

DAS LOSVERFAHREN WAR ERST DER ANFANG

Heute, zwei Monate später, ist mir bewusst: Das Losverfahren war nicht das Ende der Geschichte. Es war der Anfang. Viele Fragen sind noch offen. Konkret geht es jetzt um:

• Die präzise Investitionsplanung

• Strategische Prozessanpassungen

• Datensicherheit und Digitalisierung als feste Fundamente

Genau darüber werde ich in den nächsten Folgen hier im Finanztelegramm berichten.

Die wichtigste Erkenntnis aus dieser Geschichte ist jedoch eine andere: Ich würde es wieder tun. Genau so. Manche Dinge brauchen Zeit. Gerade bei der KI ist es sinnvoll, etwas ruhiger vorzugehen – die Entwicklung schreitet so schnell voran, dass man davon nur profitiert, wenn man mit Bedacht handelt. Nicht jede Entscheidung muss sofort getroffen werden. Manchmal ist es sogar sinnvoll, ein Thema reifen zu lassen.

Fördermittel sind dabei nicht das Ziel. Sie sind ein Werkzeug. Und manchmal ist der Zuschuss nur der Anlass, sich endlich mit der Zukunft des eigenen Unternehmens zu beschäftigen.

Wir helfen Ihnen gerne weiter, wenn Sie mehr Informationen zum Thema benötigen.
Gorazd Borstar
Geschichten aus der Praxis.

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